Entspann dich, wenn du kannst: Das „Trofana Royal“ in Ischgl

Warum tun wir uns das eigentlich freiwillig an? Wir suchen Entspannung in den ewig gleich aussehenden Ruheräumen und müssen uns bei einer Massage auch noch Delfin-Gesänge oder irgendeine auf Panflöten gespielte Melodie anhören, deren Existenz wir in den letzten Jahren erfolgreich verdrängt hatten. Noch nie wurde so viel im Dienste der Wellness geschwitzt, entspannt und geplantscht. Wellness boomt. Aber warum eigentlich?



Ich weiß vor allem eines: Die oftmals beschworene Differenzierung in der hiesigen Hotellandschaft ist eine bloße Behauptung. Es gibt weniger eine Differenzierung der Angebote als eine Angleichung. Ganz so, als ob sich die Wellness-Hotels und die vielgepriesenen Wellness-Tempel gegenseitig in die jeweils anderen Karten schauen würden.

Ein bisschen „Ferner Osten“ und ein bisschen Buddha muss in den meisten Wellness-Bereichen sein. Auch am Synthesizer gespielte Flötenklänge, unterlegt mit einem nicht genauer definierbaren „Keyboard-Gewabere“ hat fast überall und immer Saison. Ich weiß nicht, wie es anderen Leuten geht. Aber der Bedeutung von „Wellness“, die sich offenbar ja aus den Begriffen „Well being“ und „Fitness“ zusammensetzt, erkenne ich so nicht wirklich. Eher grüble ich nach, warum sich jemand das ganze antut. Auch noch freiwillig – und sogar noch Geld dafür bezahlt. Es gibt Geheimnisse, die lassen sich wohl auch nach jahrelangen Feldstudien nicht lüften…

Meine These jedenfalls, warum sich das der anspruchsvolle Wellness-Reisende und Wohlfühl-Gast doch antun sollte: Es gibt Gegenbeispiele und Ausnahmen. Und es gibt Gegentendenzen zu den vorherrschenden Bewegungen hin zur Angleichung und der Nivellierung der Angebote. Ein wenig länger suchen ist da vielleicht notwendig. Aber es lohnt sich. Für mich ist das „Trofana Royal“ in Ischgl eine solche Ausnahme, eine solche Gegenbewegung. Und das Motto, das Ischgl sich selbst ja auf die Fahne geschrieben hat, trifft hier sehr gut zu: „Relax. If you can“. Was sich bei Ischgl selbst natürlich auf das Party- und Nachtleben ebendort bezieht kann im Fall des „Trofana Royal“ umgewertet und auf andere Weise interpretiert werden.

Nur am richtigen Ort kann ich mich entspannen. Das kleinste Detail, das nicht passt, verstellt mir völlig die Option irgendwie zu Entspannung oder gar zu „Wellness“ zu gelangen. Vielleicht ist das ein wenig pedantisch. Aber mich muss ein Konzept ganz einfach ganzheitlich überzeugen und auf diesem Weg hin zur Überzeugung darf kein Patzer passieren. Im „Trofana Royal“, das in Ischgl einen absoluten Sonderstatus einnimmt, ist das der Fall. Und das nicht „nur“ wegen dem schönen Wellness-Bereich, der im Moment, nebenbei erwähnt, sogar noch erweitert wird.

Wellness im Trofana Royal in Ischgl: Ein ganzheitliches Konzept

Nicht „nur“ auf der Ebene von Wellness ist also im „Trofana Royal“ alles mehr als perfekt. Was mich dort vor allem überzeugt ist die Auslegung des Wellness-Begriffs. Mit ein paar Massagen, Saunen und Dampfbädern ist es hier nämlich in keinster Weise getan. Für mich ist der Dreh- und Angelpunkt eines erweiterten Wellness-Begriffs der dortige Zauberer in der Küche: Martin Sieberer. Auch der „Relax-Guide“ teilt meinen Eindruck, wenn er schreibt: „Und die Küche von Martin Sieberer, die zum absolut Besten gehört, das uns im vergangenen Jahr zwischen Villach und der Nordsee in einem Hotel untergekommen ist.“

Ich würde sagen: Das bringt es ziemlich gut auf den Punkt. Und allein, dass dieser Punkt in einem Wellness-Führer erwähnt wird zeigt doch schon, dass ich mit meiner Definition von Wellness nicht allein bin. Wellness ist mehr als ein bisschen Massage, ein bisschen Sauna und vielleicht noch einen Personal-Trainer der einem zeigt, wie man richtig ein- und ausatmet und dabei darauf hinweist, dass man jetzt die Augen schließen und sich plötzlich ganz leicht und unbeschwert fühlen solle. Wenn´s denn mit der Entspannung, dem Loslassen und dem Abstreifen des Alltages so einfach wäre. Für mich ist Wellness hingegen die unbedingte und sinnhafte Verknüpfung von Entspannung und Gourmet.

Nicht nur Liebe geht für mich durch den Magen, sondern auch Wohlbefinden und somit wirkliche „Wellness“. Wellness ist für mich ein ganzheitliches Konzept, bei dem man sich nicht nur auf einen Faktor beschränken darf. Wer glaubt, dass der eine oder andere gute Aufguss in der Sauna schon Wellness ist, hat etwas Wesentliches nicht verstanden. Wer aber nach einer ausgiebigen Massage und nach einem Saunabesuch vor den kulinarischen Zaubereien von Martin Sieberer am perfekt gedeckten Tisch im „Trofana Royal“ in Ischgl sitzt, der wird es begreifen.

Es geht um die Verbindung der Ebenen. Um die Mühen der Ebenen, die nicht mehr wie Mühen aussehen dürfen. Alles sollte leichtfüßig wirken, völlig selbstverständlich ineinander übergehen und ineinander greifen. Dem „Trofana Royal“ in Ischgl gelingt das ganz vorzüglich. Für mich ist die Antwort also klar: In Ischgl lässt es sich entspannen. Auch wenn das Image von Ischgl vielleicht ein anderes ist. Hier findet ich auf allen Ebenen Entspannung und wirklich Wellness.

Entspann dich, wenn du kannst: Das „Trofana Royal“ in Ischgl
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Von in Trofana Royal