Gastein: Wertvolles Wasser und glitzerndes Gold

Die Sage berichtet von Jägern, die den Reichtum des Gasteinertales vor urdenklichen Zeiten entdeckten. Sie fanden nicht nur das berühmte Tauerngold. Auch die Kunde von der heilwirkenden, warmen Quelle drang angeblich über sagenumwobene Waidmänner an die Außenwelt.

Ein Faktum steht fest: das Gasteinertal ist sicher eines der am längsten besiedelten Seitentäler der Salzach. Denn nicht nur Gold und Heilquellen lockten Menschen seit prähistorischen Zeiten in dieses Tal. Es waren auch – oder vor allem – zwei wichtige Pässe, die genau hier über die Alpen führen.



Ich muss zu meiner Schande gestehen, das Gasteinertal nur vom Zug aus zu kennen. Und jedes Mal nehme ich mir vor, doch zumindest eine Woche im Gasteinertal zu verbringen, Gold zu waschen und zumindest auf einem der zahlreichen Themenwege zu wandern. Auf den Besuch der Thermen verzichte ich wie immer großzügig. Ich gebe es zu, meine Scheu vor Wasser ist einigermaßen krass.

Auf die Idee zum Goldwaschen hatte mich übrigens ein berühmter Tiroler Geologe und Glaziologe gebracht. Er behauptete stur und steif, alle Flüsse nördlich der Alpen trügen in geringen Mengen Gold mit sich. So führt zum Beispiel die Ötztaler Ache in Tirol Gold, meinte er. Was ich dem Fachmann schlicht glauben musste. Aber bevor ich mich im Ötztal als Goldwäscher unsterblich blamiere ziehe ich mich besser doch in etwas goldhaltigere Regionen zurück wie eben ins Gasteinertal.

Da ich nicht wirklich überzeugt bin, massig Gold zu finden und somit einem Goldrausch zu erliegen plane ich sicherheitshalber noch eine weitere, mir absolut lieb gewonnene Tätigkeit: Das Wandern auf Themenwegen. Und solche Wege hat‘s im Gasteinertal zuhauf. Vielleicht sollte ich hier noch anfügen, dass mir durchaus bewusst ist, dass die Thermen des Gasteinertales ursächlich mit der Bekanntheit des Tales zusammenhängt. Und dennoch kann ich mich bis heute nicht überwinden, mich in den mineralischen Fluten zu suhlen. Denn – ich klopfe auf Holz – ich leide nicht unter diversen Zipperleins, die vermittels lauer Bäder in meist streng riechendem Wasser kuriert werden müssten.

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Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, bin ich ein begeisterter Hobby-Radiästhet, ein Wünschelrutengänger. Ich werde mich also auf jeden Fall für den Geomantie-Weg entscheiden, der mir sogar von geübten Rutengängern empfohlen worden ist. Geomantie war in früheren Zeiten eher eine esotherische Wissenschaft und bleibt sie heute noch in gewissem Maße. Dennoch hänge ich diesen Theorien nach. Vor allem dann, wenn zum Beispiel verschiedene Punkte in einer Landschaft ganz eigenartige Reize ausstrahlen. Meist sind genau auf diesen Punkten auch Bänklein für die Wanderer angebracht, die zum Rasten einladen. Wo Geomantie übrigens noch sehr gut sichtbar bleibt: In der chinesischen Harmonielehre Feng Shui. Aber todernst sollte man auch die Geomantie nicht nehmen, sie ist so bunt und vielfältig wie die Natur.

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Was mich jedoch wirklich an der Kombination Gasteinertal – Wasser interessiert ist das trinkbare Mineralwasser. Ich glaube mich noch an einen Werbespruch vor einigen Jahrzehnten erinnern zu können: s’Gasteiner ist feiner oder so ähnlich. Dass das Gasteiner Mineralwasser im oder unter dem Nationalpark Hohe Tauern entspringt adelt es quasi. Und wenn es stimmt, dass Wasser auch Informationen enthält, müsste das Gasteiner von ganz besonderer Qualität sein. Aber ‚informiertes Wasser‘ ist eigentlich ein anderes Thema. Willi Opitz, einer der renommiertesten Winzer Europas drückt es jedenfalls so aus: „Das Gasteiner Wasser gehört zu den perfektesten Wässern Europas.“ Grund genug, es vor Ort zu verkosten. Zusammen mit einem hervorragenden Wein aus dem Hause Opitz.

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Von in Gschichten.com