Kinderarbeit: Du bist schuld

Kinderarbeit: Du bist schuld
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„Du bist schuld“ sagt man nicht, wegen der Wertschätzung und so. Aber was soll ich sagen, wenn es wirklich deine Schuld ist, dass Kala*, das achtjährige Mädchen in Südostasien wie eine Sklavin schuften muss, anstatt zu spielen und in die Schule zu gehen?

Foto: wikipedia/Rod Waddington

Kinderarbeit: Billiger als selber putzen (wikipedia/Rod Waddington).

 

Ein bisschen Arbeit schadet keinem. Auch den Kindern nicht. Das stimmt schon, wenn es sich um Zimmer aufräumen handelt. Aber was ist damit:

  • Schuften im Steinbruch
  • Augen ruinieren im Sweatshop
  • Sklave sein in einem fremden Haushalt
  • Ausgebeutet werden in der Billigmöbelfabrik
  • Vergewaltigt werden im Bordell

Unter vielen anderen.

Eins von 168 Millionen Kindern weltweit

Eins von 168 Millionen Kindern weltweit

Es sind 168 Millionen Kinder, die weltweit zur Arbeit gezwungen werden – eine entsetzliche Zahl! Das ist fast die zwanzigfache Bevölkerung Österreichs!

Angesichts dieses millionenfachen Kinderelends drängen sich drei Fragen auf:

Warum arbeiten Kinder?
Welche Folgen hat Kinderarbeit?
Warum bist du daran schuld?

 

 

 

1. Warum arbeiten Kinder?

Weil ihre Eltern kein Geld haben, um sie zu ernähren, um ihnen Kleidung und ein Dach über dem Kopf zu bieten und um sie zur Schule zu schicken. Denn sie werden ja selbst ausgebeutet.

 

Foto: wikipedia

Unsere Kindersklaven hießen „Schwabenkinder“ (wikipedia).

 

Weil sie keine Rechte haben. Und keine Lobby. Wie unsere Schwabenkinder vor gut 100 Jahren.

Weil sie billig sind. Urlaubsgeld Fehlanzeige.

Weil sie rasch ersetzbar sind. Wird ein Kind in der Fabrik krank oder stirbt, steht schon der nächste kleine Sklave bereit, um deinen Zierpolster zu nähen. Ja, auch den roten auf deinem Sofa.

 

2. Welche Folgen hat Kinderarbeit?

Verletzungen, Verbrennungen, Hauterkrankungen, Verstümmelungen. Armut. Schwerste seelische Schäden. Und eine gestohlene Kindheit.

 

3. Warum bist du daran schuld?

Weil du, liebe Leserin, geschätzter Leser, gerne billiges Zeugs kaufst. Weil du gerne alles haben möchtest. Das darf dann aber fast nix kosten. Weil du damit eine Wirtschaftsordnung mitträgst, die nur unter Missachtung grundlegender Menschenrechte, weltweiter Unterdrückung und Millionen entrechteter Kinder funktioniert. Und mit Millionen von Konsumenten wie dir.

 

Weniger Dreck kaufen

 

Foto: wikipedia/Haiduc

Ausbeutung hat viele Gesichter: Bub als „Touristenattraktion“ in Rumänien (wikipedia/Haiduc).

Es gibt keine von oben verordnete Lösung für die 168 Millionen Kinder, die auf der ganzen Welt für dich schuften müssen. Es gibt nur das Machtwort der Konsumenten: Kaufen wir weniger Dreck, der unter dreckigsten Bedingungen produziert wird! Achten wir darauf, woher die Sachen kommen, die wir täglich heim schleppen. Und wie sie produziert wurden. Und lassen wir uns überraschen, wie viele unserer Möbel, unserer Kleidung, unserer Lebensmittel auch bei uns in der näheren Umgebung hergestellt werden. Ganz ohne Kalas Sklavenarbeit.

 

 

 

*Name geändert. Kala steht symbolisch für 168 Millionen Kinderarbeiter.