Shoppen gegen das BrokenHeart-Syndrom

Shoppen gegen das BrokenHeart-Syndrom
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Ich hatte alles versucht: Heiße Milch mit Honig, Schokolade, Kuschelsongs und natürlich auch Alkohol. Weder einzeln, noch alles zusammen – nichts hat geholfen. Mein BrokenHeart-Syndrom wurde einfach nicht besser. Meine Freundin Ingrid hatte die Schnauze voll von meinem langen Gesicht und meinen immer wieder Tränen gefüllten Augen, wenn das Gespräch auch nur in irgendeiner Hinsicht auf meine Gefühlslage gelenkt wurde. „Raus aus der Wohnung, wir gehen shoppen!“ sagte sie. Den Einwand, dass ich knapp bei Kasse sei, ließ sie nicht gelten. „Es ist Summer-Sale! Denk an die Klamotten, Schuhe und  Handtaschen, die du um 50 Prozent günstiger kriegst!“

Und so schleppte sie mich eines Samstags vormittags durch Innsbrucks feinste Boutiquen. Und ich muss sagen:  Ich war beeindruckt. Nicht nur von der Ware auch von den Verkäuferinnen! Zunächst stöberte ich noch etwas zurückhaltend durch die Regale und verbat mir dabei, höflich aber bestimmt, jede Hilfe und Beratung. Die Damen blieben freundlich. Dann drückte mir Ingrid mit den Worten „Probier das!“ zwei T-Shirts und einen Rock in die Hand. Etwas missmutig, aber auch baff ob ihres Befehlstones, machte ich mich in die Umkleide. T-Shirt eins viel sofort durch! Es war zu groß und zu bunt. Ingrid war anderer Meinung, nur die liebe Verkäuferin hielt zu mir: „Das T-Shirt ist tatsächlich zu groß. Und wir haben es nur mehr in dieser Größe.“ Erleichtert probierte ich T-Shirt zwei und auch den Rock an. Beinahe wäre es zum Streit zwischen mir und Ingrid gekommen. Sie fand das T-Shirt fad, ich den Rock zu kurz. Die Verkäuferin schritt schlichtend und höchst effektiv ein: Sie brachte Schuhe! „Damit wirkt der Rock gleich ganz anders“, meinte sie lächelnd. Und sie sollte beinahe auch Recht behalten. Sowohl Ingrid als auch ich waren begeistert: von den Schuhen, nicht vom Rock! Meine Stimmung stieg, denn die Verkäuferin brachte geduldig, freundlich und stets lächelnd eine breite Auswahl an Röcken, Kleidern und Shirts.

Kurzfristig war ich misstrauisch geworden: Hatte Ingrid die Verkäuferin etwa in Bezug auf mein BrokenHeart-Syndrom gebrieft? Oder wieso war sie sonst so freundlich? Am Umsatz, der angesichts des Summer-Sales nur die Hälfte ausmachen würde, dürfte es nicht gelegen haben….

Wie auch immer: Noch vor dem Mittagessen hatte ich mich in ein absolut zauberhaftes Paar Schuhe verliebt und darüber hinaus auch noch mit einem Rock und einem neuen Kleid strahlend den Laden verlassen. Mein BrokenHeart-Syndrom ist zwar noch immer nicht geheilt, aber ich werde mein neues Paar Schuhe sowie das Kleid demnächst zum Tanzen ausführen….vielleicht hilft ja das, drückt mir die Daumen 😉

LG InnsbruckCityGirl