Trofana Royal – Mehr als nur ein Hauch von Luxus in Ischgl

Ja, ich gebe es zu. Hier und jetzt, ganz offiziell. Auch wenn es nicht immer eine Mehrheit findet und in meinem Freundeskreis diese Vorliebe nicht unbedingt immer auf Gegenliebe stößt: Ich mag es, wenn ein Hotel mehr als nur einen Hauch von Luxus verströmt und die Kulinarik in einem Hotel nicht nur ausgezeichnet ist, sondern noch eine Spur mehr als das. Kulinarik ist Raffinesse, Überraschung, mehr als man erwartet, mithin ein „Geheimnis“.



Ich habe kein Problem mit dem „Drumherum“, mir kommt ein kulinarisch meisterliches Abendessen, bei dem mir jeder Wunsch von den Lippen abgelesen wird, nicht „überkandidelt“ vor, sondern als angemessen. Gutes Essen will zelebriert werden.

Es ist eigentlich ganz einfach zu beschreiben: Was andere als übertriebene Wirbel um das Essen empfinden, halte ich für dich adäquate Inszenierung, für das In-Szene-Setzen einer Gesamtsituation, bei der es ums Ganze geht. Nicht zuletzt erinnert ein Dinner in einem Restaurant der Klasse eines „Trofana Royal“ an eine Inszenierung, an ein Form von Theater, bei der es um das perfekte Gesamterlebnis geht. Nicht soll und darf dem Zufall überlassen werden, alles muss abgestimmt sein. Wenn man sich erstmals in diesem Kontext zu bewegen gelernt hat, dann will man dieses In-Szene-Setzen nicht mehr missen.

Es ist ja kein Geheimnis, ich komme aus und von der Kunst her und habe mich der Kulinarik vor allem nach ähnlichen Gesichtspunkten und Kategorien angenähert. Die Frage, die sich in dieser Hinsicht dann natürlich stellt, ist die Frage, ob und inwiefern ein Koch ein Künstler sein kann. Es gibt ja die Behauptung, dass jeder Koch eine Art „Mischwesen“ ist, eine Vermischung von Künstler und Handwerker. Ich würde hingegen behaupten, dass auch ein guter Musiker  ein Handwerker ist. Ohne Übung und ohne Handfertigkeit wird man auch auf der Gitarre zu keinem überzeugenden Ergebnis kommen.

Kunst im Trofana Royal…

Der Punkt ist: Es darf, wenn die Kunst avanciert und gut ist, nicht wie Handwerk wirken und schon gar nicht wie harte Arbeit. Ein guter Künstler und dessen Kunst wirken leichtfüßig, von den Mühen des Handwerkes befreit – und bleiben natürlich dennoch Handwerk, doch der Rezipient bekommt das schlichtweg nicht mit, weil viel Übung zu einer Leichtigkeit geführt hat, die das Erlebnis und das Ergebnis zur Kunst macht. Weisheiten aus der klassischen Ästhetik jedenfalls, die man auch auf das Thema Kulinarik übertragen kann, meiner Meinung nach. Auch im „Trofana Royal“ findet man Kunst, zweifellos.

Mit Martin Sieberer steht in diesem führenden Hotel in Ischglunter diesen Gesichtspunkten betrachtet zweifellos ein Künstler in der Küche. Dazu muss man gar nicht die Auszeichnungen von Martin Sieberer anführen, obwohl diese natürlich, wie auch in der Kunst, Bedeutung und Berechtigung haben. Sie sind letztlich auch Ausdruck, dass viele Menschen ähnlich empfinden. Bei kulinarischen Höchstleistungen ist es wie auch in der Kunst:  Auszeichnungen und Zuschreibungen von Kennern der „Szene“ sind immer auch Auszeichnungen, die darauf schließen lassen, dass die Qualität und das Konzept stimmen.

Viel mehr als das sind sie aber im besten Fall auch Wegweiser und Orientierungshilfen. Der Laie ist darauf zunächst angewiesen, um den richtigen Weg zu finden. Oder, anders gesagt: Erst durch die eindrucksvollen Auszeichnungen von Martin Sieberer kommt man auf die fixe Idee, im „Trofana Royal“ seine Kunst genießen zu müssen.

Und dann gelangt man hin zu etwas, das auch in der Kunst das eigentliche ist, der Kern und der Mittelpunkt jeder Auseinandersetzung: Das „Werk“ selbst. Beeinflusst von anderen Meinungen und Zuschreibungen arbeitet man sich zum „Ding an sich“ vor und versucht seinen Geschmack einzusetzen, geschult natürlich daran, was man sonst schon gehört und gegessen hat: Ein Kenner von gutem Essen vergleicht immer auch, setzt in Bezug und filtert damit Exzellenz heraus, erkennt damit etwas, das hervorragend und herausragend ist. Größe ergibt sich nicht an sich, sondern in der Kontrastsetzung mit anderem Guten.

Auch für mich gibt es daher nur eine Konsequenz, nach all den, mehr oder weniger, theoretischen Betrachtungen: Ich werde demnächst vor Ort sein und werde „live“ von einem Dinner in diesem Gourmethotel in Ischgl berichten. Denn am nächsten kommt man der Kunst von Martin Sieberer, wenn man sich sein Werk an einem Abend zu Gemüte führt – natürlich mit der passenden Gesamtinszenierung, die bei Martin Sieberer einfach stimmt. Denn im „Trofana Royal“ weht wahrlich viel mehr als nur ein Hauch von Luxus durch die Räumlichkeiten… Und wenn man von den exzellenten Weinen anfangen würde zu schwärmen, fände dieser Text hier kein Ende mehr.

Trofana Royal – Mehr als nur ein Hauch von Luxus in Ischgl
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Von in Trofana Royal