In Bad Hofgastein lässt sich’s sehr gut leben

Puh. Da bin ich, wieder mal, ganz schön falsch gelegen. In letzter Zeit passierte mir das immer öfter. Kann es ein, dass das am fortschreitenden Alter lag und der Tatsache, dass dadurch meine Gedanken nicht mehr ganz so scharf wie früher waren und ich es mir in meinen Urteilen und Vorurteilen etwas zu gemütlich eingerichtet hatte? Eines ist jedenfalls klar: Für mich hatte der Begriff „Kur“ und auch „Kurhotel“ bisher einen etwas merkwürdigen Beigeschmack. Was totaler Blödsinn war, wie ich jetzt merken musste.



Vermutlich nerve ich euch schon, wenn ich wieder mit meiner Kindheit daherkomme. Aber in diesem Fall muss es wirklich mal wieder sein. Denn für mich stand das Wort „Kur“ bisher vor allem in einem Zusammenhang: Mit meinem Großvater, der schon seit einigen Jahren nicht mehr unter uns weilt. Wir haben ihn dort oft besucht und er hat immer auch ein wenig gejammert, weil er offenbar weniger durfte wie zuhause, weil er sich in Verzicht und Zurückhaltung üben musste. So ganz verstanden habe ich das damals nicht. Denn an dem Ort, an dem er war, Bad Hofgastein, war es wunderschön. Berge, Landschaft, Aktivitätsmöglichkeiten: Alles mehr als nur im grünen Bereich.

Seit 1820, das wusste ich damals natürlich nicht, hat Bad Hofgastein ein Thermalwasserbezugsrecht und darf sich seither auch „Bad“ nennen. Spätestens seitdem gedeiht der Ort ganz prächtig und ist vor allem als Kurort bekannt. Aber natürlich nicht nur. Auch damals schon, in meiner Kindheit,  war diesem Ort diese Geschichte anzumerken. Hässlich, gesichtslos und austauschbar geht definitiv anders. Bad Hofgastein ist charmant und fällt positiv auf.

Die Kur in Bad Hofgastein uns das gute Leben

Damit wir ein wenig von meinem Großvater und von meiner Kindheit wegkommen kann man sich anschauen, was das Wort „Kur“ überhaupt bedeutet. Es kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Sorge, Fürsorge und Pflege. In der heutigen Zeit ist das alles ein wenig zu verkürzt wiedergegeben. Vielleicht wurde auch die ursprüngliche Intention ein wenig vergessen. Klar ist: eine Kur ist mehr als eine Rehabilitionsmaßnahme.

Viel schöner, und treffender wäre es doch, wenn der Wortsinn von „Sorge“ in den Mittelpunkt gestellt werden würde. Damit einher geht auch eine Selbstsorge. Man könnt es auch eine „Sorge um sich selbst“ nennen. Das hat weniger mit Egoismus zu tun als vielmehr damit zu wissen, wann die richtige Zeit gekommen ist um Lebensumstände und das Leben an sich zu ändern. In der Antike kannte man die Lebenskunst (ars vivendi) bereits sehr gut. Zentrale Begriffe hierbei sind Glück, Selbstsorge, Tugend und Askese. Alles Begriffe, die zusammen zu einem guten, selbst gestalteten Leben gehören.

So, werdet ihr wieder mal sagen, das mag ja alles sein. Aber was hat das mit Bad Hofgastein zu tun oder gar mit dem einen oder anderen Hotel dort vor Ort? Die Antwort ist einfach: Eigentlich alles. Denn hier hat es zum Beispiel das „Kurhotel Palace“ in Bad Hofgastein verstanden, dass „Kur“ nicht nur ein Begriff ist, der medizinisch konnotiert ist. Natürlich ist er das auch. Natürlich gibt es Situationen, in denen man auf Kur gehen muss. Und natürlich gibt es ein berechtigtes Interesse des Staates, dass Menschen wieder genesen und dann wieder arbeitsfähig sind. Das ist aber nur eine relativ triviale Ebene.

Wichtig ist aus meiner Sicht: Hier kann man auf Kur gehen, man muss es aber nicht. Und selbst wenn, dann ist das Ansuchen um eine Kur oft auch eine bewusste Entscheidung, wenn man bemerkt, dass man sich zu wenig um sich selbst gesorgt hat. In den Vordergrund tritt die Tatsache, dass es endlich Zeit dafür ist, die Sorge um sich selbst, das eigene Wohlbefinden, wieder ins Augen zu nehmen.

Persönlich muss ich jedenfalls staunen, was man heute so alles in einem „Kurhotel“ finden kann, das auch den Zusatz „Sporthotel“ trägt. Mit einer Übung in Askese an einem Ort an dem man eigentlich gar nicht sein will, wie es mir damals bei meinem Großvater vorgekommen war, hatte das ganz und gar nichts zu tun. Von Beauty über Wellnesswochen bis hin zu noch vielen anderen Dingen. Alles da, da da.

Ich hatte in letzter Zeit jedenfalls auch schon mal wieder bemerkt, dass ich mich zu wenig um mich selbst gekümmert hatte. Das „Kurhotel Palace“ in Bad Hofgastein könnte da ein willkommener Ort sein, um das zu ändern. Zeit für ein wenig „Selbstsorge“, dafür, die Lebenskunst des guten Lebens zum Prinzip zu erheben. Das hatte nichts damit zu tun, dass man hier die „Seele baumeln lassen konnte“. Das war ein Klischee aus dem Prospekt fast jedes Hotels.

Vielmehr hatte es damit zu tun überhaupt zu erkennen, was einem gut tut. Einen Ausstieg aus dem Hamsterrad zu schaffen. Dafür musste man auf keinen Fall darauf warten, dass einem die Kur von einem Arzt verschrieben wurde. Das konnte auch, und vielleicht sogar im besten Falle, eine bewusste Entscheidung sein. Zu einer solchen rate ich euch. Und auch das „Kurhotel Palace“ möchte ich euch in dieser Sache dringend ans Herz legen.

In Bad Hofgastein lässt sich’s sehr gut leben
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Von in Gschichten.com