Wandern in Osttirol: „Kommen Sie zu uns, wir haben nichts“!

Herbstwandern im Defereggental

Immer wieder erinnere ich mich gerne an ein schönes Zitat zurück, das in einer deutschen Zeitung vor einiger Zeit gefallen ist. Dort wird einem Bergführer im schönen Villgratental die Aussage „Kommen Sie zu uns, wir haben nichts“ zugeschrieben. Wie Recht er damit hat und wie sehr sich das auf ganz Osttirol übertragen lässt! Eines ist dabei klar: Wenn es in Osttirol wirklich „Nichts“ gibt, dann ist das Wandern in einer engen Verbindung mit diesem „Nichts“ zu sehen. Aus mehreren Gründen.



Zuerst einmal muss gesagt werden, dass es natürlich nicht „nichts“ im Villgratental gibt. Aber es gibt „weniger“. Das gilt durchaus auch für ganz Osttirol. Dieses „weniger“ bis „nichts“ ist allerdings kein Mangel, sondern die Abwesenheit von „etwas“.  Über das Defereggental lässt sich zum Beispiel das gleiche wie über das Villgratental sagen.

Wahnsinnig lange Staus sind es zum Beispiel, die in Osttirol generell fehlen. Auch riesige Ski-Openings, Events oder Lasershows fehlen zum Glück. Dafür gibt es mehr von den Dingen, die wirklich wichtig sind: Herrliche, unberührte Landschaften, wunderbare Wanderwege, Orte, für die das Wörtchen idyllisch überhaupt erst erfunden werden müsste, gäbe es dieses nicht schon und würde es nicht bereits inflationär gebraucht werden.

Einfach formuliert schreibe ich hier jetzt einfach mal provokant: Wer nichts hat, der hat eigentlich alles. Das ist auch irgendwie logisch, denn wer „Nichts“ hat, der hat sich gegen Massentourismus und für den sanften Tourismus entschieden. „Nichts“ ist dabei ein Zustand bevor alles den Bach runtergeht und alles dem Event-Tourismus und den Halli-Galli-Partys geopfert wird, wie es in sonstigen Regionen vor allem im Winter leider üblich ist. Wer auf „nichts“ setzt, der schöpft aus dem Vollen der natürlichen Schönheit einer Region.

Ob Sommer oder Herbst: Wenn "Nichts" so schön aussieht, dann weiß man, dass man eigentlich alles bekommt (Bild: TVB Osttirol)
Ob Sommer oder Herbst: Wenn „Nichts“ so schön aussieht, dann weiß man, dass man eigentlich alles bekommt (Bild: TVB Osttirol)

Wandern in Osttirol: Nicht „nichts“, sondern alles!

Wandern ist eng verwandt mit dieser Haltung. Wer wandert, der sucht nicht das Laute und das Aufdringliche. Wer wandert der sucht die Ruhe, die Erholung, die Schönheit und die Idylle. Der Wanderer, da bin ich mir ganz sicher, hat einen Blick für die kleinen Details, für die Schönheiten der Natur. Dieser Wanderer ist in Osttirol und seinen Wandergebieten bestens aufgehoben.

Dieser Wanderer steuert nicht nur stur auf das Ziel und auf den nächsten Gipfel zu, er hat auch einen Blick für das, was neben dem Weg so alles auf ihn wartet. Flora und Fauna sind im Herbst in Osttirol nämlich besonders schön. Hier darf man definitiv den alten Spruch bemühen: „Der Weg ist das Ziel“!

Wandern in Osttirol im Herbst: So geht Schönheit (Bild: Lorenz Marko)
Wandern in Osttirol im Herbst: So geht Schönheit (Bild: Lorenz Marko)

Beim Wandern in Osttirol geht es nicht zwingend um Leistung, sondern darum, möglichst viele schöne Augenblicke und Situationen zu sammeln. Auch das im Moment sehr trendige Wörtchen „Entschleunigung“ ist etwas, das ganz hervorragend passt, wenn man über das Wandern in Osttirol sprechen und schreiben möchte.

Doch so ganz stimmt es natürlich nicht, dass es nur um den Weg und nicht um das Ziel geht. Selbstverständlich heißt Wandern auch, dass sich der Wanderer unterwegs auch mal auf eine Brettljause bei einer der Hütten oder Gasthäuser freut. Möglicherweise noch einen Radler dazu und eine der zahlreichen sonstigen Osttiroler Spezialitäten genossen und schon wird klar: Das Leben ist schön! Und Osttirol hat so viel von „etwas“, das wirklich wichtig ist, dass es sich das oben beschriebene „Nichts“ locker leisten kann!

Das Defereggental ist im Herbst einer der schönsten Orte zum Wandern, den man sich aussuchen kann!
Das Defereggental ist im Herbst einer der schönsten Orte zum Wandern, den man sich aussuchen kann!

Ich gehe so weit zu sagen, dass Osttirol beim Wandern im Herbst sogar „alles“ hat: Wunderbare herbstliche Landschaft, grandiose Wanderwege und eine Kulinarik, die sich wirklich „schmecken“ lassen kann. Ein besonderer Tipp sind dabei die „Schlipfkrapfen“, die man mittlerweile sogar in Wien kaufen kann. Manchmal ist weniger eben mehr. Und „nichts“ schlicht und einfach alles. Davon kann man sich in diesem Herbst beim Wandern in Osttirol überzeugen.

Einen Tipp möchte ich euch Ruhe- und Idylle-Suchenden Wanderern noch mitgeben: Besonderes Augenmerk solltet ihr auf das Wandern im Defereggental legen. Nicht, dass es anderswo weniger schön wäre. Aber das Defereggental gilt als besonders ruhig, idyllisch und schön! HIER findet Infos zu den schönsten Wanderwegen im Defereggental!

Achja, bevor ich es vergesse: Es lohnt sich in Osttirol auch mal in den Talboden „hinabzusteigen“, denn in Sachen Kulinarik wird hier wirklich einiges geboten. So hat Osttirol zum Beispiel gar ein kulinarisch exzellentes 5-Stern-Haus zu bieten! Von „nichts“ kann also auch auf der kulinarischen Ebene nicht die Rede sein. Somit: Auf nach Osttirol zu einem ausgiebige Wadern- und Herbsturlaub! Aufs ins Defereggental! Es lohnt sich!

Titelbild: www.austria.info

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Von in Osttirol