Auf der Suche nach Beeren und Pilzen in Osttirol

Verflixt noch einmal. Schon wieder hänge ich im Gestrüpp fest. Immer wenn ich im Wald unterwegs bin und mich abseits der sicheren Forststraßen bewege, habe ich das große Talent mich nach wenigen Minuten in einem solchen Dickicht wieder zu finden, dass kaum mehr an ein Vorankommen zu denken ist. Diesmal bin ich in Osttirol unterwegs. Auch wenn schon langsam der Herbst Einzug hält, bin ich auf der Suche nach den letzten Schwammerl und Beeren. Unlängst habe ich nämlich davon gelesen, dass Beeren wahre Wunderfrüchte sind, die einem die nötigen Vitamine für den Winter schenken und Schwammerl mag ich einfach gern. Also. Wieso in den nächsten Supermarkt, wenn das Gute liegt so nah – gut versteckt, irgendwo im Wald. Auf gehts – zur Suche nach Beeren und Pilzen.

Geheimtipps im Villgratental und Defreggental

Nach drei Stunden habe ich eine, sagen wir überschaubare, aber dennoch stolze Beute in meinem Rucksack. Zwei Hände voll Moosbeeren, ein paar Johannisbeeren, sowie Eierschwammerl und zwei halb zerfressene Steinpilze sind es geworden. In Osttirol gibt es einige Geheimtipps, Orte an denen besonders viele Schätze der Natur wachsen und gedeihen.

Ideale Voraussetzungen für Pilze und Beeren. Feucht und nahe am Weg. Kartitsch in Osttirol.
Ideale Voraussetzungen für Pilze und Beeren. Feucht und nahe am Weg. Kartitsch in Osttirol.

Da ich diese hier natürlich nicht so einfach verraten kann, aber mal nicht so sein will, kleine Tipps: Wer Schwammerl will, sollte sich in Innervillgraten genauer umsehen und in Richtung Südtirol wandern oder in St. Jakob im Defreggental in Richtung Süden spazieren. Wer auf der Suche nach Beeren ist, dem sei Kartitsch empfohlen. In dieser Region gibt es viele Wanderwege und kleine Bäche. Sobald irgendwo Moos wächst, sollte man genauer hinsehen. (Im Villgratental gibt es übrigens auch andere Schätze zu entdecken!)

Köstliche Rezepte für Beeren und Pilze

So ein Exemplar hätte ich gerne gefunden. Symbolfoto von via-gustica.de  / pixelio.de
So ein Exemplar hätte ich gerne gefunden. Symbolfoto von via-gustica.de / pixelio.de

Wer fleißig gesammelt hat, hat auch einen ordentlichen Hunger. Da es um meine Kochkünste ähnlich bestellt ist wie mit meinem Talent mich abseits der Wege im Wald zurecht zu finden, ist Recherche angesagt. Der erste Griff geht in Richtung Telefon: Mama oder Großmama müssen helfen. Nachdem beide aus dem Staunen und Lachen heraußen sind (so schlecht koche ich nun auch wieder nicht), bekomme ich dann doch nützliche Ratschläge und Rezepte für ausgesprochen köstlich klingende Gerichte. Meine beiden Favoriten möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.


Rezept für Moosbeernocken

Zutaten: (am besten zum Großteil selbst gesammelt)

Die Moosbernocken sollten möglichst luftig sein (Bild: Anita Gstier)
Die Moosbeernocken sollten möglichst luftig sein (Bild: Anita Gstir)

  • Moosbeeren
  • 250 g Mehl
  • ¼ l Milch
  • 2 Eier
  • 100 g Butter
  • Puderzucker
  • Salz

Zubereitung:

Mehl, Eier, Salz und Milch zu einem Teig verrühren und die Moosbeeren „drunterheben“. Die Butter in einer Pfanne (ideal eine alte Gusseiserne) zerfließen lassen. Nun den wunderbaren Teig zu Nocken formen und das heiße Fett legen. Die Nocken auf beiden Seiten leicht angebraten, danach aus der Pfanne holen, auf ein Teller geben und mit ordentlich Puderzucker bestreuen. Herrlich.

Kommentar:

Herrlich hätte es werden können. Wer den Teig zu flüssig macht, dem passiert was mir passiert ist. Die Nocken werden zu einer Art Omelette. Weitere Details und Fotos erspare ich euch deshalb besser.


Rezept für Schwammerlsoße (Quelle: eine gute Freundin)

Zutaten:

Semmelknödel und Rotwein passen perfekt zu Schwammerln
Semmelknödel und Rotwein passen perfekt zu Schwammerln

  • 100 Speck (ideal Bauchspeck)
  • 130 Gramm Pilze (unterschiedliche)
  • gestrichener Teelöffel Paprikapulver
  • Salz und Pfeffer
  • Becher Sauerrahm
  • 160 ml Suppe
  • ein kleine Zwiebel

Zubereitung:

Zuerst die Zwiebel würfeln und im Fett anschwitzen. Den Speck und die Schwammerl ebenfalls klein schneiden und dazugeben. Erst den Speck und dann die Pilze. All das mit der Suppe aufgießen und  mit Paprikapulver, Salz und Pfeffer würzen. Alles zusammen aufkochen lassen und im Anschluss die Soße mit dem Sauerrahm geschmacklich abrunden. Semmelknödel dazu und fertig!

Kommentar:

Wer nicht will, dass der Sauerrahm ausflockt, der sollte die Soße nach dem Aufkochen etwas abkühlen lassen, bevor man ihn dazu gibt. Hätte mir mal jemand vorher sagen sollen.


Genussregion Osttirol – Essen bei den Genusswirten

So sieht Essen aus, wenn Osttiroler Spitzenköche mit Beeren kochen.
So sieht Essen aus, wenn Osttiroler Spitzenköche mit Beeren kochen.

Nachdem meine Ausflüge in die Welt des Kochens nicht gerade von großem Erfolg gekrönt waren, habe ich mich um eine Alternative umgesehen. Gott sei Dank ist Osttirol nicht nur reich an wunderschöner Natur, Pilzen und Beeren, sondern auch eine Region der Genüsse, mit wunderbaren Köchen. Wer, so wie ich, lieber auf Nummer sicher gehen und wirklich köstliche Gerichte mit Beeren, Pilzen und im Spätsommer/Herbst vor allem mit Berglamm genießen will – der sollte bei den Osttiroler Genusswirten vorbeischauen. Ein Besuch in der spannenden Welt der Gastronomie Osttirols lohnt sich. Und die Gerichte gelingen so auch auf jeden Fall.

P.S.: Wandern und Spazieren kann man ja auch vor einem wunderbaren Essen im Gasthaus.

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Von in Osttirol