Die „Kaminstube“ in St. Anton am Arlberg: Die Saison ist vorbei, es lebe die Saison!

Die „Kaminstube“ in St. Anton am Arlberg: Die Saison ist vorbei, es lebe die Saison!
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Jetzt könnte man natürlich traurig sein. Alldem nachweinen, das war und bald nicht mehr sein wird. Es wäre möglich darüber zu klagen, dass sich der Schnee in St. Anton am Arlberg langsam aber sicher verziehen wird und auch so schnell nicht wiederkommen wird. Von tollen Partys könnte erzählt werden, von gemütlichen Stunden in der Kaminstube. Davon, dass der Winter in St. Anton am Arlberg einfach sehr speziell ist. Aber was würde es bringen? Das Leben geht weiter. Auch und vor allem in St. Anton am Arlberg. Auch und vor allem in der Kaminstube.

Ein wenig traurig bin ich ja. Immer wenn ich traurig bin höre ich aber Musik. Vor allem textlich sind gute Lieder einfach unendlich tröstend. Ein bestimmter Herr Grönemeyer schrieb einst eine sehr gute Textzeile: „Stillstand ist der Tod, geh´ voran, bleibt alles anders.“ Besser hätte ich es auch nicht sagen oder schreiben können. Aber was meint der gute Mann damit eigentlich? Ich würde diese Zeile so interpretieren, dass Stillstand ein Problem ist.

No na net, werdet ihr jetzt sagen. Aber ich interpretiere diese Textzeile auch so, dass zurückblicken automatisch mit Stillstand gleichgesetzt werden kann. Wer immer nur zurückblickt hat irgendwann vor lauter Verklärung des Gewesenen nicht mehr die Kraft voranzuschreiten und sich auf das Kommende zu freuen. Wer vorangeht, der akzeptiert, dass sich Dinge verändern. Und dass es dennoch Konstanten gibt. Kurzum: Den „roten Faden“ erkennt man erst, wenn man diesem überhaupt folgt. Wer immer nur das Gewesene verherrlicht verfällt in eine resignative Traurigkeit. Und das kann es ja nun wirklich nicht sein.

Bald wieder: Sommer! Auch nicht übel.

Bald wieder: Sommer! Auch nicht übel.

Die Kaminstube in St. Anton am Arlberg: Es lebe die kommende Saison!

Mein Vorschlag ginge in eine ganz andere Richtung. Benutzt doch einfach das Gewesene als „Energiequelle“! Erinnert euch daran, was gewesen ist, aber verklärt diese Erinnerung nicht! Verherrlicht nicht, was war, sondern freut euch auch darauf, was noch sein wird! Sprich: Wer den richtigen Umgang mit der Vergangenheit lernt, der hat einen unendlichen Vorteil: Er wird nicht melancholisch, sondern schöpft aus dem, das gewesen ist die Kraft und die Energie für neue Taten!

Übertragen auf die Kaminstube in St. Anton am Arlberg ließe sich folgendes konstatieren: Natürlich könnte ich jetzt in unendliche Trauer darüber verfallen, dass ich die Gemütlichkeit eines Winters in St. Anton am Arlberg in dieser Art und Weise so schnell nicht wieder erleben werden. Ich kann bedauern, dass das Thema Pistennähe in diesem Fall nicht mehr bedeutet, dass ich quasi nur raus muss und schon auf der Skipiste stehe. Ich werde mich damit abfinden müssen, dass es bald in die Wandersaison geht.

Der Winter in St. Anton am Arlberg. Bald vorbei. Aber der Sommer kommt bestimmt!

Der Winter in St. Anton am Arlberg. Bald vorbei. Aber der Sommer kommt bestimmt!

Ich werde mich mit der Veränderung abfinden müssen. Aber ich weiß: Auch die Sommersaison in St. Anton am Arlberg wird ganz und gar nicht übel werden. Sie wird nur anders werden. Andere Stimmung, andere Leute, andere Aktivitäten. Aber: Veränderung ist gut! Das muss man sich nur immer wieder ganz laut vorsagen. Dann klappt es auch mit dem Blick nach vorne. Dann verfällt man auch nicht in kollektive Trauer, dass es mit dem Winter in St. Anton am Arlberg bald vorbei sein wird.

Interessanterweise hat auch die Kaminstube, die ich ja sehr schätze, meinen Ratschlag offenbar schon befolgt. „Geh voran, bleibt alles anders.“ Nämlich in der Hinsicht, dass in der Sommersaison eine neue Homepage online gehen wird. Nun könnte gesagt werden: Ja eh schön, ist halt nur eine neue Oberfläche. Aber nein, es ist es vielmehr Ausdruck davon, dass sich etwas verändern muss, damit alles anders bleibt. Damit sowohl die Tradition gewahrt als auch die Gegenwart und die Zukunft umarmt wird. Ein Ort wie die „Kaminstube“ in St. Anton am Arlberg tut gut daran, sich zu verändern, dabei aber doch immer konstant gleich gut zu bleiben. Stillstand wäre natürlich keine gute Sache, die ganz besondere Atmosphäre hier vor Ort zu verlieren wäre aber ebenfalls nicht erstrebenswert.

Kurzum: Ich freue mich auf die Veränderung. Auf die neue Saison und denke glücklich daran zurück, was im Winter gewesen ist. Der Saison nachtrauen mögen andere, ich freue darüber was war und darauf, was im Sommer noch kommen wird. Damit klappt es auch mit dem glücklich sein. Die Saison in St. Anton am Arlberg ist vorbei, es lebe die (kommende) Saison!