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Weihnachtsaktion sorgt für Verwirrung

Weihnachtsaktion sorgt für Verwirrung
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Verkaufen ist im E-Commerce nur die halbe Miete. Dass die verkaufte Ware unversehrt beim Käufer ankommt, ist eine andere Geschichte. Schließlich marschiert der Käufer im Online Handel nicht mit der bezahlten Ware aus dem Geschäft, sondern wartet bequem darauf, dass die Bestellung so rasch wie möglich an seiner Haustür übergeben wird, am besten kostenlos 

Wehe, die Ware ist nicht sorgfältig verpackt!

Das sehnlichst erwartete Paket wird vom Käufer allerdings nur dann entgegengenommen, wenn es gut und sorgfältig verpackt ist. Rezensionen auf Amazon zeigen, wie „pingelig“ manche Käufer sind. Einige verweigern gern mal die Annahme. Lieferung und Rücksendung sind ja kostenfrei. Wer schon mal als Verkäufer auf eBay Probleme mit Käuferreklamationen gehabt hat, weiß davon ein Lied zu singen. 

Verpackung als Schutz und Visitenkarte

Die primäre Funktion der Verpackung ist, die Ware auf dem Transportweg vor Beschädigungen zu schützen und das Handling der Ware beim Transport zu erleichtern. Die Verpackung ist aber auch eine Art Visitenkarte eines Online Unternehmens.

Je professioneller die Ware verpackt ist, desto besser ist der Eindruck beim Kunden. Die Verpackung ist das erste, was der Kunde zu Gesicht und in die Hände bekommt. Hier besteht die Chance, sich als Online-Shop von seinen Mitbewerbern abzuheben. Eine schlechte Verpackung kann dazu führen, dass der Kunde einmal bestellt und nie wieder. Kunden sind kritisch was die Verpackung betrifft und die Anforderungen an die Qualität der Verpackung sind hoch.

Sorgfältiges Verpacken

Ein sorgfältiges Verpacken ist aufwendig und verursacht beträchtliche Kosten

Verpacken ist zeitaufwendig und kostspielig

Verpacken kostet Zeit und Geld, verbraucht Ressourcen und die Transporte belasten die Umwelt. Das ist allgemein bekannt und man braucht kein Prophet zu sein um zu wissen, dass ein kostenloser Versand mehr Bestellungen aber auch mehr Retouren mit sich bringt. Daher gibt es Online-Händler, die keinen kostenlosen Versand anbieten und somit eine geringere Retourenquote erzielen können. Sowohl ökonomisch als auch ökologisch eine kluge und nachvollziehbare Strategie.

Was sich aber hinter der Weihnachtsaktion von 4betterdays.com verbirgt, kann wohl nur ein nicht ernst gemeinter Scherz sein. Oder handelt es sich dabei um eine geniale Idee, die wir nur nicht ganz verstanden haben?

Schwachsinn oder geniale Idee?

Schwachsinn oder geniale Idee?

Kuriose Idee: Selber verpacken für einen gratis Versand

Nach einer kurzen Recherche zeigt sich, dass die Online-Plattform 4betterdays.com üblicherweise keinen kostenlosen Versand anbietet. Laut Ankündigung auf der Facebook Seite des Online-Shops, haben die Kunden zur Weihnachtszeit die einmalige Möglichkeit, ihre Einkäufe selber zu verpacken, und bekommen diese dann gratis geliefert. Aber wie soll das funktionieren?

Weihnachtsaktionen sind ja nichts Ungewöhnliches, aber was sich die Initiatoren dieser kuriosen Aktion gedacht haben ist auf den ersten Blick nicht gänzlich nachvollziehbar. So ganz schlau wird man aus dem Facebook Posting nicht. Auf der Internetseite des Unternehmens findet man keine Hinweise auf die genaue Vorgehensweise. Mit Sicherheit sind die angesprochenen Freunde von 4betterdays, die die Dinge gerne selbst in die Hand nehmen, genauso verwirrt wie wir.

Wo findet die Verpackung statt, im Shop in Innsbruck oder direkt bei den jeweiligen Lieferanten? Bezieht sich die Aktion nur auf das Verpacken selbst, oder stellt das Unternehmen seinen Kunden Verpackungsmaterialien wie Kartonagen oder Füllmaterial ebenfalls kostenlos zur Verfügung? Verfügt der Online-Shop überhaupt über genügend kostenlose Parkplätze, wenn eine Horde von Sparfüchsen die Weihnachtsaktion tatsächlich nutzen möchte? Oder sind die Kunden, die mit dem Auto anreisen (um ihre Bestellung zu verpacken) gezwungen, kostenpflichtig in der Kurzparkzone oder der Tiefgarage des nahe gelegenen Sillpark zu parken?

Weihnachtsaktion

4betterdays bietet gratis Versand zu Weihnachten

Eine nette Weihnachtsaktion von 4betterdays. Zweifellos gibt es Knauser, die auch ihre Einkäufe selber einpacken würden, um so die Versandkosten zu sparen. Dies kann allerdings nur auf Kunden aus der näheren Umgebung zutreffen. Daher eine „nette Idee“, die wohl aber eher in die Kategorie „Schwachsinn“ einzuordnen ist.

Es bleibt abzuwarten, wie die Facebook Freunde von 4betterdays auf die Weihnachtsaktion reagieren.