Die Armee der Steinmänner am Petersköpfl machen diesen Berg zu einem besonderen Platz. Mein Lieblingsort zum Kraft tanken im Urlaub.

Kraft tanken im Urlaub in der Alpentankstelle

Kraft tanken im Urlaub in der Alpentankstelle
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Es ist 6 Uhr früh. Der Wecker klingelt. Nur schwer gehen die Augenlider auf und wehren sich gleich gegen das grelle Sonnenlicht. Aber es nützt nichts. Also raus aus dem Bett und ins Bad geschleppt. Kraftlos versucht der müde Körper den Anweisungen des Gehirns zu folgen. Das Fleisch ist schwach, und der Geist ist auch nicht mehr willig. Es ist nicht die übliche Müdigkeit am Morgen. Schon lange nicht mehr. Eher ein richtiges Tief, das nicht bloß durch Schlaf kompensiert werden kann. Der Akku ist leer, aufgebraucht, nichts geht mehr.

Der ganze Tag zieht fast teilnahmslos an mir vorbei. Wieder einmal. So kann es nicht weitergehen, denke ich bei mir. Aber länger verfolge ich den Gedanken nicht. „Du hast auch schon mal besser ausgesehen“, raunt mir ein Arbeitskollege im Gang zu. Ich bleibe wie angewurzelt stehen und blicke ihn verdutzt an. „Und ganz ehrlich, ich weiß, dass sich schon manche über dich beschwert haben. Deine Arbeitsleistung lässt in letzter Zeit zu wünschen übrig.“ Autsch, das sitzt! Ich hatte nicht gedacht, dass das aufgefallen wäre. „Du solltest mal wieder etwas Kraft tanken im Urlaub“, hör‘ ich ihn noch rufen.

Wandern über dem Tuxertal. Die Berge sind eine Energietankstelle, weil man mit jedem Schritt spürt, wie die Lebensgeister zurückkehren.

Wandern über dem Tuxertal. Die Berge sind eine Energietankstelle, weil man mit jedem Schritt spürt, wie die Lebensgeister zurückkehren.

Völlig ausgepowert? Ich will Kraft tanken im Urlaub!

Urlaub! Wie lange ist das schon wieder her. Sofort schießen mir Bilder in den Kopf. Der Trip nach Island mit seinen Geysiren und Vulkane. Oder die Reise nach Kanada. Weite Landschaften, schneebedeckte Berge und ganz viel Natur. Wie gut ging es mir damals! Und wie lange hab‘ ich davon gezehrt! Beide sind leider etwas umständlich zu erreichen. Berge und Natur, das ist genau meins. Tirol kommt mir in den Sinn. In der Region Tux-Finkenberg verbrachte ich viele Urlaube als Kind mit den Eltern. Später zog es mich dann in die weite Ferne. Das könnte jetzt wieder ein Ort zum Kraft tanken im Urlaub werden!

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Ich muss raus aus dem Alltagstrott, ganz dringend! Ein paar Urlaubstage habe ich auch noch, für eine Woche reicht es allemal. 14 Tage später ist es dann soweit. Ich sitze im Zug und bin unterwegs nach Jenbach. Dort steige ich dann in die Zillertalbahn um und fahre bis nach Mayrhofen. Während der Zugfahrt schweift mein Blick von einer Talseite zur anderen. Ich bewundere die mächtigen Bergriesen mit ihren schneebedeckten Gipfeln oben und blühenden Almwiesen unten. Mit dem Taxi geht es dann nach Lanersbach in meine Unterkunft.

Ein Blick über Lanersbach ins Tuxer Tal. Im Hintergrund ist der Hintertuxer Gletscher zu sehen. Hier will ich Kraft tanken im Urlaub.

Ein Blick über Lanersbach ins Tuxer Tal. Im Hintergrund ist der Hintertuxer Gletscher zu sehen. Hier will ich Kraft tanken im Urlaub.

Auffi auf die Berg‘, aussi aus’m Alltag

An die Arbeit denke ich keine Sekunde mehr, dieser Ballast ist bereits von meinen Schultern abgefallen. Da ich todmüde bin, gehe ich bald in mein Zimmer. Dort öffne ich das Fenster und höre: nichts. Kein Verkehr, kein Geschrei, absolute Ruhe. Während ich ins Bette gehe, spüre ich wie langsam kühle, frische Bergluft in den Raum strömt und ich wenige Sekunden später bereits einschlafe.

Als ich am nächsten Tag aufwache, ist es bereits früher Vormittag. So lange hab‘ ich schon lange nicht mehr geschlafen. Daheim quält mich sonst immer eine innere Unruhe, die mich schlecht schlafen lässt. Aber jetzt fühle ich mich ausgeruht, wie selten zuvor. Das Frühstück wollte ich eigentlich ausfallen lassen, um schnell loszukommen. Aber dann denke ich mir, ich habe Zeit und will ja Kraft tanken im Urlaub. Also gönne ich mir ein ausgiebiges Frühstück in aller Ruhe. Danach steige ich in den Bus und fahre bis zum Schlegeis Stausee. Von dort will ich dann weiter auf das Friesenberghaus.

Endlich am Friesenberghaus! Ich freu' mich schon auf eine gute Jause in der Frühlingssonne!

Endlich am Friesenberghaus! Ich freu‘ mich schon auf eine gute Jause in der Frühlingssonne! © Julia Hammerle

Mit jedem Schritt vorwärts, kommt die Kraft zurück

Der Zustieg zur Hütte dauert gute 2 Stunden. Man möchte meinen, dass man beim Wandern immer müder wird. Das Gegenteil ist der Fall. Mit jedem Schritt nach oben spüre ich, wie die Energie langsam zurückkommt. Es ist, als würde die Kraft, die von dieser Gegend ausgeht, direkt auf den Besucher übergehen. Klingt irgendwie esoterisch, aber ich kann es mir nicht anders erklären. Ganz besonders spürt man das, wenn man dann beim Friesenberghaus ankommt und den Blick über den Friesenbergsee und die umgebenden Dreitausender schweifen lässt.

Auf der Terrasse mache ich es mir gemütlich und schau mir die Speisekarte an. Ein Getränk sticht mir wegen des ungewöhnlichen Namens gleich ins Auge. Chabeso, das Tiroler Kracherl. Flo, der Hüttenwirt, kommt gleich auf mich zu und erklärt mir, was es damit auf sich hat. Als ich dann die markante grüne Flasche sehe, fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Ich kenne das Getränk ja! Als kleiner Junge habe ich das früher schon im Urlaub immer getrunken. Schön, dass es das wieder gibt, da werden Erinnerungen wach!

Die Wirtsleute vom Friesenberghaus genießen eine kleine Auszeit vor dem herrlichen Panorama.

Die Wirtsleute vom Friesenberghaus genießen eine kleine Auszeit vor dem herrlichen Panorama. © Julia Hammerle

Die Sonne scheint mir ins Gesicht. Rund um die Hütte segeln ein paar Dohlen im Wind. Ich sauge diesen Moment förmlich auf, versuche jede Sekunde zu speichern und merke, wie unheimlich gut mir das tut. So geht Kraft tanken im Urlaub! Ein Ziel habe ich aber noch für heute. Ein Gipfel steht am Programm. Nichts Herausforderndes, es ist ja schließlich mein erster Tag in der Region Tux-Finkenberg. Das Petersköpfl habe ich mir herausgesucht. Immerhin auch 2.677 Meter hoch und der Ausblick soll laut Flo unglaublich sein. Also reiße ich mich los von der gemütlichen Terrasse und mache mich auf den Weg.

Endlich am Gipfel der Energietankstelle

Es ist noch früh im Jahr. Die Gipfel der höheren Berge sind noch schneebedeckt. Mein Ziel sollte heute aber machbar sein. Auf dem Weg nach oben erblicke aber bald ein paar Schneefelder. Ich komme immer näher und bald wird mir klar, dass mein Weg genau über ein solches Altschneefeld führt. Beim Überqueren dieser sind schon manche Wanderer ausgerutscht und haben sich verletzt. Ein häufig unterschätztes Risiko in dieser Höhe.

Steinmänner am Petersköpfl.

Steinmänner am Petersköpfl.

Dieses Mal bin ich aber vorbereitet. In meinem Rucksack habe ich ein paar Snowline Spikes. Das sind Schuhketten mit Spikes, die einfach über den Berg- oder Wanderschuh angezogen werden. Sie geben mir den notwendigen Grip, um sicher über den harten Schnee zu kommen. Und dann bin ich endlich oben.

Aber ich bin nicht alleine. Rundherum steht eine Vielzahl von Steinmännern, einer Armee gleich. Der eigentliche Sinn dieser Steinmänner dient ja der Orientierung im Gelände. Hier heroben sorgen sie in erster Linie für eine geheimnisvolle Stimmung, wie in einem mystischen Garten.

Man fühlt sich dem Himmel ein Stück näher. Es ist ein erhabenes Gefühl, hier zu sein. Ganz egal, was man von Religiosität oder Spiritualität halten mag, aber es fühlt sich so an, als würde dich irgendeine höhere Macht mit Energie und Kraft betanken. Es mag eigenartig klingen, aber ich kann es nicht anders beschreiben. Ich bleibe einige Zeit lang am Gipfel und lasse meinen Blick umhergehen. Über den Dingen stehen, denke ich mir, so muss es sich anfühlen. Dann wird es Zeit für den Abstieg. Obwohl ich müde im Zillertal angekommen bin und heute den ganzen Tag auf den Beinen war, fühle ich mich unglaublich gut. Energiegeladen und dynamisch, einfach voller Leben. Und das ist gut so, das habe ich so lange vermisst. Morgen werde ich die Berliner Hütte in Angriff nehme Alpentankstellen, denn ich will weiter Kraft tanken im Urlaub.

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