Ich pfeif‘ auf das Oktoberfest und tanz‘ dafür am Tegernsee!

Ich pfeif‘ auf das Oktoberfest und tanz‘ dafür am Tegernsee!
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Selten gehören zwei Begriffe so zusammen wie Bayern und Oktoberfest. Nicht nur bei uns, sondern vor allem auch außerhalb des deutschen Sprachraumes. So wie Österreich und „Sound of Music“ für viele Amerikaner eigentlich das Gleiche ist und wir Amerika sofort mit Burgern assoziieren. Im Grunde sind das aber nur Stereotype, wie wohl jeder weiß, der schon mal in Österreich oder den USA war. Es ist halt geläufig und hält sich hartnäckig, so wie ein Ohrwurm. Blöd ist eben nur, dass es manchmal den Blick versperrt auf etwas anderes, das sich auch noch dahinter verbirgt.

Gehen Münchner eigentlich noch aufs Oktoberfest?

Das Oktoberfest habe ich bis jetzt noch nie besucht. Seit viele Jahren will ich aber schon dorthin, endlich mal auf die berühmte Wiesn. Bayern ist ja nicht so weit weg für mich, an der schwierigen Anreise kann es also nicht liegen, dass ich noch nie dort war. Es muss noch einen anderen Grund dafür geben, und ich glaube, es liegt wohl an der alljährlichen Berichterstattung über das Oktoberfest.

Ein volles Zelt mit lauter Angeheiterten

Ist das die Idylle am Oktoberfest?

Die Bilder von rammelvollen Zelten und berauschten Menschenmassen, die sowohl Hemmungen als auch Kontrolle über sich selbst schon mit der zweiten Mass verloren haben, wirken auf mich nicht besonders einladend. Und überhaupt bin ich der Meinung, dass ein Fest oder auch eine Region authentisch sein muss, eben glaubwürdig. Dazu gehört, dass sich auch die Einheimischen damit identifizieren können und aktiv teilnehmen. Gehen die echten Münchner eigentlich noch auf das Oktoberfest oder ist das nur mehr eine Veranstaltung für die Wiesnwirte und Gästescharen aus aller Welt? Vielleicht tue ich dem Fest aber auch Unrecht, und gerne lasse ich mich in den Kommentaren eines Besseren belehren.

Bei meiner letzten Internetrecherche übers Oktoberfest bin ich dann vom einen ins andere gekommen und schließlich ganz woanders gelandet. Am Tegernsee nämlich. Wie das passiert ist, weiss ich nicht mehr genau. Meine erste Assoziation zu Tegernsee ist Bier und bis jetzt war das auch die einzige. Schuld daran sind meine ehemaligen bayrischen Studienkollegen, die bei jedem Unifest von ihrem Lieblingsbier aus der dortigen Brauerei geschwärmt haben. Schnell stelle ich aber fest, dass es dort natürlich viel mehr gibt, wie zum Beispiel ein Benediktinerkloster aus dem 8. Jahrhundert. Auch jede Menge Bilder von schönen Häusern und lauschigen Gastgärten finde ich und immer wieder den herrlichen Blick über den Tegernsee, eingerahmt von der Kulisse der Voralpen. Das wirkt schon irgendwie kitschig, fast wie aus einem bayrischen Fernsehkrimi entsprungen.

Feiern wie die Bayern, natürlich am Tegernsee!

Überhaupt ist hier ziemlich viel los rund um den Tegernsee. Jede Menge Feste und Veranstaltungen finden das ganze Jahr über statt. Es scheint, hier werden Tradition und echtes Brauchtum noch gepflegt und gelebt. Und dann springt mir was ins Auge: Waldfest am Tegernsee. Finde ich hier vielleicht die Alternative zum Oktoberfest? Ist das unter Umständen sogar das schönere und authentischere Fest, wo sich die Bayern und die Welt treffen, um bei der einen oder anderen Mass gemeinsam dem bayrischen Lebensgefühl zu frönen? Warum überhaupt noch bis nach München fahren, wenn man am Tegernsee eh schon alles findet, was Bayern auszeichnet? Lasst mich wissen, was euch zum Tegernsee einfällt!