Blog Tirol – Das Leitmedium der Tirol Werbung

Blog Tirol – Das Leitmedium der Tirol Werbung
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Am 23. März 2015, durften wir mit Mag. Eckard Speckbacher von der Tirol Werbung ein Interview zu der Bedeutung von Medien und Blogmarketing im Bereich des Tourismus führen. Dafür möchten wir uns noch einmal herzlich bedanken!

 

Die Rolle der Medien im Tourismus

 

Inwiefern hat sich die Rolle der Medien in den letzten Jahren im Bereich des Tourismus verändert?

Heute ist es wichtig eigene Medienkanäle zu etablieren. Das ist eine neue Aufgabe für die Tourismusverbände und die Landestourismusorganisationen, wie die Tirol Werbung. Es ist hier eine deutliche Verschiebung der Aufgaben bemerkbar. Eine Organisation wird quasi zu einem Verlagshaus und gibt selbst Nachrichten heraus, während früher maximal die eigene Website gepflegt und Presseaussendungen gemacht wurden. Heute ist man selbst quasi Betreiber eines Nachrichtenportals. Damit ist man heute selbst Sender für den Endkonsumenten.

Immer mehr Menschen informieren sich online über Regionen und passende Angebote. Welche neuen Herausforderungen ergeben sich daraus?

Die Demokratisierung der Medien ist es eine große Herausforderung, es gibt inzwischen eine unglaubliche Anzahl von Konkurrenten. Früher versuchte man seine Botschaften in klassischen Medien zu etablieren um vor allem in Medien wie „Die Zeit“ oder „Bild“ präsent zu sein. Heute hat man eine deutlich höhere Zahl an verschiedenen Plattformen, auf denen sich Konsumenten informieren können. Wesentlich mehr Absender veröffentlichen ihre Inhalte neben den bekannten Medienhäusern die wir seit Jahrzehnten kennen. Früher war die Medienansprache überschaubarer während heute ein die Vielzahl an Blogs, Foren und Plattformen generell schwer zu erfassen ist.

Im Internet gibt es eine Fülle an Informationen. Wie schafft man es aus der Masse herauszustechen?

In dem man interessantere, kreative und ungewöhnliche Ansätze wählt. Dessen ist sich aber jeder bewusst. Die Ansätze operativ umzusetzen ist die entscheidende und große Herausforderung. Geschichten erzählen – Storytelling – ist zwar in aller Munde. Aber es ist alles andere als einfach, wenn man sagt, eine Geschichte muss kreativ sein. Das Problem ist, Geschichten müssen gut erzählt sein – das können die wenigsten. Wir kennen das von den klassischen Medien. Auch wenn sie heute oft kritisch betrachtet werden – Journalisten beherrschen es, Geschichten zu erzählen. Dieser Beruf ist auf jeden Fall heute gefragter denn je, denn in der Vielzahl von Informationen schaffen es nur Geschichten Erzähler, letztendlich einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

In den klassischen Medien schauen die Geschichten meist gleich aus. Ich habe einen vorgefertigten Platz, meist nur ein Foto Platz und die Leserschaft ist auch vorgegeben. Online sieht das anders aus. Ich kann die Zielgruppen individueller ansprechen, habe digital ganz andere Möglichkeiten bei der Gestaltung einer Geschichte. Entweder per Audiodatei, als Video oder eben als Text.

Ja, die Möglichkeiten sind vielfältiger. Aber eine Geschichte zu finden ist genauso herausfordernd wie eh und je.

Was macht für Sie guter Content aus?

Eben die richtige Geschichte zu finden. Wo auch immer sie platziert wird.

Mag. Eckhard Speckbacher von der Tirol Werbung

Mag. Eckhard Speckbacher von der Tirol Werbung

Die Bedeutung von Blogmarketing

 

In den letzten Jahren schießt die Zahl der Blogs immer weiter in die Höhe. Welche Bedeutung hat für Sie Social Media?

Für uns hat Social Media eine sehr große Bedeutung und dominiert den Großteil unserer Kommunikation mit unseren Kunden und Fans! Wir betreiben unseren Blog seit ca. sechs Jahren und sind sehr froh, dass wir schon einige Jahre lernen konnten. Wir hatten sehr früh die Möglichkeit zu experimentieren, auch mit den Social Media Kanälen. Das verhilft uns heute natürlich zu einer sehr guten Position im Social Media Bereich und der Möglichkeit mit relativ überschaubarem finanziellen Aufwand eine große Zielgruppe zu erreichen. Wir bezeichnen uns intern, auf Grund der vielen Kanäle, als Medienhaus. Und diese Kanäle müssen alle ineinander greifen. Nur so schaffen wir es wesentlich mehr Kontaktpunkte aufzubauen als es uns mit der klassischen Werbung und dem vorhandenen Budget gelingen würde. Das würde ich nicht ansatzweise über die klassischen Medien schaffen. Facebook schafft bei uns die Reichweite – über den Blog erreichen wir die Leser mit einer hohen Qualität.

Kann man als Tourismusregion, oder Hotel heute noch auf Blog Marketing verzichten?

Das ist schwierig zu beantworten. Das ist alles eine Ressourcenfrage. Bevor ich es schlecht mache, mache ich es lieber gar nicht. Man muss nicht jedem Trend hinterherlaufen. Wenn ich Mitarbeiter habe, die entsprechend offen für Neues und online affin sind, oder ich es selbst bin, dann sehe ich sehr große Chancen darin.

Wenn ich Sie jetzt als Tirol Werbung oder Region betrachte. Warum Blogmarketing für Tirol? Vielleicht kann man das dann auf die einzelnen Regionen runter brechen.

Es ist auf jeden Fall wichtig, um den Anschein einer redaktionellen Geschichte zu vermitteln. So gelingt es mir eine Meinung zu platzieren die für einen potenziellen Gast interessant sein könnte. Man kann so auch konkrete Tipps geben, ausbrechen aus der Informationsüberflutung und eine konkrete Hilfestellung im Informations-Dschungel geben. Daten sind ja schon sehr viele vorhanden. Aber dadurch wird der Kunde genötigt, sehr viel Information aufzunehmen, bis er sich eine Meinung bildet. Ein Blogger kann ihm da helfen und Orientierung geben, wenn er die nötige Glaubwürdigkeit vermittelt. Die unabhängige Informationsvermittlung durch den Blogger, so weit die Unabhängigkeit eben geht, kann bei der Meinungsbildung helfen. Der Blogger selbst kann und soll eine Meinung äußern.

Beeinflussen Presserichtlinien die Blogger?

Wir haben intern Richtlinien, dass man z.B. keine negativen Meinungen weitergibt. Aber ansonsten gibt es keine Regeln. Der Blogger ist also ganz frei in seiner Meinungsäußerung. Wir führen einen Redaktionsplan, in welchem wir die Themen vereinbaren. Aber wir haben keine Vorschriften, ob wir dieses oder jenes Thema genau so umsetzen. Wir helfen den einzelnen Regionen auch gute Geschichten zu erkennen. Oft ist man betriebsblind und erkennt nicht mehr, was für die Kunden von großer Relevanz ist. Die Schätze sind dann ungehoben, weil das geschulte Auge fehlt. Aber man kann auf jeden Fall durch ein aktives Bewußtsein lernen, diese Geschichten zu erkennen.

Sie beobachten bzw. lesen sicherlich auch den ein oder anderen Blog ihrer Konkurrenten. Was macht für Sie einen guten Blog oder ein gutes Blogmarketing aus?

Bei einem guten Blog muss ich sofort sehen, dass es sich um keine Werbetexte handelt und wirklich jemand mit Herz und Verstand dahinter steht. Der Blog darf keine Marketingsprache beinhalten. Auch die Qualität der Schreibweise und der Bilder ist sehr wichtig. Es muss ansprechend sein, der Inhalt muss zum „Produkt“ passen. Es muss authentisch sein, kein Abbild einer Produktwebsite.

Was ich persönlich bei manchen Reisebloggern kritisch finde ist, dass diese sich immer häufiger einladen lassen auf Reisen und dann darüber in den meisten Fällen durchgehend positiv berichten. Dies erkennt natürlich der Leser, wenn nur mehr über den Klee gelobt wird und jede Woche eine andere Destination in der gleichen Art und Weise porträtiert wird. Das sind dann bezahlte Blogs und ich finde diese überhaupt nicht ansprechend. Zu viele lobende Worte wirken einfach unglaubwürdig.

Welche Bedeutung hat Blog Marketing und generell die Kommunikation via Online Medien in Ihrer Firma?

Es ist die wichtigste Abteilung für uns! Wir nutzen bisher noch nie gehabte Möglichkeiten, mit unseren Kunden und Fans in Kontakt zu treten und zu bleiben.

Wir spüren mittlerweile eine Entwicklung bzw. Bewusstseinsbildung bei den Hotels und Regionen. Wie war das bei Ihnen vor sechs Jahre, als Sie mit dem Blogmarketing begonnen haben? Sind Sie an Grenzen gestoßen?

Nein gar nicht. Unser Geschäftsführer ist sehr offen und experimentierfreudig. Das Gute am Blog ist ja, dass man nur minimal investieren muss. Man kann das sukzessive aufbauen. Wir hatten also recht viel freie Hand und das Thema war zu der Zeit ja auch noch eher unbeachtet. Daher konnte man ohne Probleme ausprobieren und Fehler wurden im nächsten Umfeld auch nicht so kritisch gesehen. Unser Geschäftsführer fordert auch den offensiven Umgang mit neuen Möglichkeiten und ist auch selbst sehr online affin.

Was war für die Tirol Werbung der Ansporn für den Blog?

Wir haben das teamintern initiiert. Wir haben damals noch stark mit den klassischen Medien gearbeitet und waren viel mit Journalisten in Tirol unterwegs. Dadurch haben wir im Land sehr viel Außergewöhnliches gesehen. Diese Tipps, die wir sammeln konnten, hätten wir gerne für andere zugänglich gemacht. Über die Website war das aber nicht möglich, da die Website die Aufgabe hat, alles aus dem Land in ähnlicher Weise darzustellen. Deshalb haben wir uns im Team dann dazu entschlossen, den Blog zu gründen. Dort durften wir unsere persönliche Meinung sagen und auf besondere Höhepunkte aufmerksam machen. Das waren die ersten Schritte und über die Jahre ist der Blog sehr erfolgreich gewachsen.

Zum Abschluss: Geben Sie uns eventuell einen Einblick, wohin die Reise mit Ihrem Blog geht? Was sind Ihre Ziele und Erwartungen? was erhoffen Sie sich von Ihrem Blog?

Wir werden den Blog inhaltlich noch weiterhin stark ausbauen. Unser Redaktionsplan, der bis dato intern besprochen wurde, soll nun mit den Tourismusverbänden abgesprochen werden, sodass alle daran teilhaben können und sich an unseren Themen orientieren können. Zwei bis drei Artikel pro Woche werden veröffentlicht. Wir erhoffen uns den Austausch und die Diskussionen mit den Tourismusverbänden noch stärker anzuregen und dadurch von den Partnern im Land auch noch mehr Unterstützung zu bekommen.

Der Blog gewinnt also immer mehr an Wert und bleibt nicht stehen.

Ja. Wir haben dato einen Zuwachs im Vergleich vom Vorjahr von 110 %. Solange wir organisch so wachsen, müssen wir im Augenblick auch nicht an eine B-Vermarktung denken.

Der Blog ist also euer Herzstück, auch für die Befüllung der Social Media Kanäle?

Der Blog ist inzwischen unser Leitmedium.